Flexibilität gewinnen, Risiko minimieren

Aktualisiert: Aug 4

Warum auch andere Wege endlich erprobt werden müssen

Unsere Branche steckt in einer tiefen Krise. Abgesehen von einigen wenigen Destinationen, herrscht sonst nur unheimliche Stille in den Hotelzimmern. Leider dürfen viele vorerst noch nicht auf eine Besserung hoffen, obwohl Corona etwas in den Hintergrund tritt. Denn die Wirtschaftsbühne hat ein neuer, größerer Spielverderber betreten. Selbst in der Finanzkrise 2008 gab es ein solches Szenario nicht, dass unser Bruttoinlandsprodukt so sehr abstürzte.

Alle Hoffnungen, dass im Herbst eine baldige Besserung eintritt, dürften vollends verflüchtigt sein. Unsere Branche wird sich auf eine viel längere Durststrecke einstellen müssen, als viele ursprünglich dachten und leider werden viele das Ende nicht mehr erleben.


Die Budgets, welche 2019 geschrieben wurden, sind mittlerweile traurige Makulatur. Nur wird das kein Einzelerlebnis sein, sondern sich fortsetzen. Umso mehr muss empfohlen werden, alle mittelfristigen Planungen zu revidieren und den Denkansatz völlig neu auszurichten. Mindestens ein Jahr sollte unserer Branche mit den jetzt vorliegenden Zahlen rechnen. Arbeitslosenzahlen haben begonnen zu steigen, Geschäftsreisen bleiben reduziert, der PC ersetzt den Tagungsraum und auch am Urlaub werden viele sparen, wenn der wirtschaftliche Abstieg nicht aufgefangen wird.


Warum also nicht einmal wirklich ein Querdenker sein?


Stellen Sie sich die Frage, ob die Ausrichtung und die Betreibung ihres Unternehmens so bleiben muss. Statt Hotel vielleicht Boardinghaus? Langzeitvermietet an Firmen, die davon profitieren und keinen saisonalen Preisschwankungen ausgesetzt sind. Reduzierung der Serviceleistungen, minimale Personalausstattung und äußerst gewinnbringend. Mehrere Projekte haben wir schon begleitet und stets erfolgreich am Markt etabliert.

Selbst lukrative Planungsmuster von Ferienanlagen, ausgestattet mit großzügigen Apartments, welche dann Senioren in einem betreuten Wohnen beherbergten, gab es schon.


Nichts muss so bleiben. Nichts darf so bleiben. Halten Sie nicht verkrampft fest. Wer loslassen kann, hat zwei freie Hände. Selbst wenn Sie die Betreibungsform behalten, reduzieren Sie es auf ein Mindestmaß. Überdenken Sie alles im Unternehmen. Öffnungszeiten, Gastronomie, Angebot, Personaleinsatz, Ausstattung, Serviceleistungen. Das führt zu schmerzlichen Einschnitten, die selbst in den persönlichen Bereich gehen können. Kosten sparen ist zunächst die oberste Devise.


Im Personalmanagement fallen auch immer zahlreiche Begriffe. Diversität, Talentförderung oder Quereinsteiger. Das muss nicht ruhen, wird aber in der kommenden Zeit nicht im Fokus stehen. Viele Unternehmen werden wohl leider an Entlassungen nicht vorbeikommen. Wenn aber schon Quereinsteiger, warum nicht im Management? Ein Interimsmanagement, also die zeitweilige Führung auf einen Dritten übertragen, der genau die Lage analysiert und konkrete Vorschläge unterbreitet.


Die Vorteile liegen klar auf der Hand. Viele Jahre selbst als Manager gearbeitet und auch in der Betriebswirtschaft versiert. Steht mit dem Eigentümer/Betreiber auf Augenhöhe. Er hat keine Vergangenheit und Zukunft, weshalb Netzwerke in der Belegschaft oder vorhanden Sympathien im Unternehmen ihn nicht interessieren. Er war nie an der Konzeption beteiligt, sondern wird alle vorhandenen Abläufe neutral beurteilen. Bei harten Einschnitten oder Umstrukturierungen agieren Interimsmanager effektiv. Sie analysieren das bestehende Personal, binden es effektiv in alle Abläufe mit hinein und qualifizieren es weiter. Es geht nicht vorrangig um Personalabbau, es geht um die Gesundung. Der Erfolg bedeutet eine gute Reputation. Mehr nimmt er nicht mit.


Ein Hoteldirektor, der eingestellt wird, steht selten auf Augenhöhe. Während der Probezeit wird ein Direktor selten die Konfrontation suchen, auch wenn deutlich zu erkennen ist, dass Abläufe nicht effektiv sind. Hoteldirektoren sind selten Analysten. Vielen ist selbst eine Kalkulation mit einem Deckungsbeitrag fremd. Ihr Job und wo sie vordringlich agieren, ist in der Wohlfühlzone. Gäste sollen zufrieden sein, die Bewertungen sollen passen, das Essen schmecken, Mitarbeiter sich vertragen. Damit sind sie umfänglich beschäftigt und es füllt einen Tag auch schnell aus.


Derzeit schwebt unsere Branche in einem Vakuum. Wird es Lockerungen geben oder werden Maßnahmen wieder verschärft? Droht noch einmal eine eventuelle Schließung? Wie sehr wird sich die Wirtschaftskrise auswirken? Wie betroffen wird meine Region sein? Welche Zielgruppe wird sich reduzieren? Muss ich gravierende Ausfälle kalkulieren? Passt die Art der Betreibung?


Warum also sich nicht mal über das gesamte Geschäftsfeld sinnige Gedanken durch den Kopf gehen lassen? Oder statt einen Hoteldirektor einzustellen, ein Management auf Zeit zulassen?

Ein weiterer Vorteil besteht in der Flexibilität. Keine Belastung der Personal- und Nebenkosten, kurze Kündigungsfristen, variabler Einsatz. Und er kostet weniger, als viele sich vorstellen.

Nachweislich bringt er aber garantiert etwas, was sie auf der Guthabenseite erkennen.


Viele Branchen bedienen sich längst dieser Form des Managements. Sei es, weil kurzfristig die Führung fehlt oder die Wahl eines Nachfolgers noch nicht entschieden wurde. Hier wird die Chance genutzt, dass ein Unternehmen nicht führungslos bleibt und der Blick von außerhalb den alltäglichen Geschäftsablauf analysiert. Interim Manager sind wie Unternehmensberater, nur setzen sie ihre Vorschläge selbst praktisch um. Dabei sprechen sie im Vorfeld alle Maßnahmen, Vorschläge und Strukturänderungen explizit ab und beginnen erst dann mit der Umsetzung.


Da sie stetig vor Ort verfügbar sind, analysieren sie alle Veränderungen, können nachjustieren oder die laufenden Prozesse optimieren. Auch in der Verantwortlichkeit für mehrere Objekte, ist seine Neutralität ein enormer Vorteil. Ob eine Corporate Identity oder ein Internal Branding auch wirklich überall gleich gelebt wird, fällt ihm umgehend auf. Ebenso alle weiteren Richtlinien wie Serviceleistung, Ausstattung, Reklamationsverhalten sowie tausend andere Vorgaben.

Es geht nicht darum, die Arbeit anderer Mitarbeiter zu bewerten. Seine Aufgabe ist zu helfen, den Kurs klar zu setzen und alle wieder hinter der Firmenphilosophie zu vereinen.


Wenn er wieder ausscheidet, sollte er Zufriedenheit hinterlassen. Bei seinen Auftraggebern und den Mitarbeitern. Etwas zum Vorteil bewegt zu haben, ist seine einzige Intention und von seinen Erfolgen, nährt sich sein Ruf.


Wenn dazu weitere Fragen bestehen, dann setzen Sie sich mit uns gerne in Verbindung. Wir informieren Sie umfassend über die gestalterischen Möglichkeiten, mögliche Einsatzbereiche und den finanziellen Nutzen.




Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird.

Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll. (Georg Lichtenberg)



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