Corona, Wirtschaftskrise und kein Staat

Aktualisiert: Juni 17



Die Verbände haben gebettelt. Sie haben auf Rettungsschirme gehofft, aber nichts bekommen. Nicht systemrelevant. Es gab einige Krümel und sonst nichts. Der Staat wird nicht helfen.

Nun wird langsam die gesamte Dramatik deutlich. Auch wenn das Sterben leise passiert. Denn viele haben Corona nicht überlebt. Wurde Vapiano noch öffentlich wahrgenommen, so schlossen viele Kneipen, Restaurants und Hotels ungeachtet jeglicher öffentlichen Beachtung. Und noch sehr viele werden an der kommenden Wirtschaftskrise unheilbar erkranken und das mit nicht absehbaren Folgen.


Auch wenn derzeit die Abstandsregeln noch bestehen, so sehe ich derzeit selten Gastronomie- oder Hotelbetriebe, die -im Rahmen ihrer Möglichkeiten- ausgebucht sind. Leere Tische, freie Zimmer - wohin das Auge schaut. Und es liegt nicht daran, dass Gäste nun einen zusätzlichen Zettel ausfüllen sollen. Das Geld sitzt nicht mehr locker und so wird es lange bleiben. Massive Exporteinbrüche, über acht Millionen Kurzarbeiter und ein Konjunktureinbruch führen zu einer unverweigerlichen Sparsamkeit. Die Medien beschäftigen sich mit der Grenzöffnung oder dem angeblich so wundersamen Konjunkturpaket, was nicht greifen wird. In der Realität werden um die zwei Millionen Selbständige in die Pleite laufen, Millionen den Arbeitsplatz verlieren und es wird zu einer dramatischen Belastung für den Sozialhaushalt führen. Über Urlaubspläne reden die Leute zu Hause wohl weniger, als Politiker und Medien denken. Und die 3% Mehrwertsteuer werden keinerlei Kaufrausch bewirken. Auch wird sich kaum jemand ein E-Auto leisten, wenn die Zukunft unsicher ist. Dafür steigt die Verschuldung des Staates und somit bald die Steuern.


Was aber bedeutet das alles für unsere Branche? Es kommen einige sehr magere Jahre, auf die sich jeder intensiv vorbereiten sollte. Gerade die Gastronomie muss höllisch aufpassen, da doch schon seit Jahren die Margen gering sind. Zur Zeit höre ich immer öfter, dass eine Öffnung sich nicht lohnt, da in Zeiten von Corona und den damit verbundenen Regeln, es sich nicht rechnet. Aber das ist falsch! Mehr wird es nämlich künftig nicht mehr werden. Gerade erleben wir einen wunderbaren Frühsommer und dennoch strömen die Gäste nicht auf die Terrassen. Und es ist nicht die Angst vor einer Ansteckung. Was also wird erst im Herbst passieren?


Wir können nur raten, sich ganz intensiv mit der Zukunft zu beschäftigen. Mit einer sparsamen Zukunft. Sichten Sie also alle Ihre Bilanzen. Finden Sie Einsparpotentiale. Reduzieren Sie den Energieverbrauch. Reduzieren Sie die Speisekarte. Reduzieren Sie den Warenbestand. Richten Sie alles so aus, dass etwas übrig bleibt. Trotz weniger Gäste, trotz weniger Umsatz. Gewinn ist möglich. Schon wenige Veränderungen können fünfstellige Veränderungen bewirken. Aber dazu müssen Sie aus dem Hamsterrad.

Auch Hotels sollten vom Zimmerpreis bis zur Personalstruktur alles neu ausrichten. Nur fehlt mir manchmal der Glaube, wenn ich derzeit wieder derartig günstige Tarife anschaue, dass im Kopf die Notwendigkeit noch nicht bei allen angekommen ist.


Wer jetzt nicht reagiert, der wird es unwahrscheinlich schwer haben. Es gibt diese alten, aber klugen Sprüche, dass man in der Krise Werbung schalten sollte. Das gilt auch für Hilfe.

Unternehmensberater sind gänzlich unabhängig, niemanden verpflichtet und unbeeinflusst von internen Seilschaften. Sie haben keine Vergangenheit und keine Zukunft in einem Unternehmen. Sie sind dort, um ein Ziel umzusetzen. Gerade bei harten Einschnitten oder Umstrukturierungen agieren Unternehmensberater besonders effektiv.

Es gibt dumme Sprüche über Unternehmensberater, es gibt auch schwarze Schafe - aber die guten Vertreter retten vielleicht Ihr Unternehmen. Und dabei ist es völlig risikofrei, da wir nur Honorare aufrufen, wenn der Erfolg nachweislich erbracht wurde.


Das größte Hindernis ist das Loslassen. Nur verhindert es die Veränderung. Mit viel Mühe, Fleiß und Hingabe wurde etwas aufgebaut. Aber die Margen werden kleiner, Gäste bleiben weg. Auch die Bewertungen wurden weniger und oft wird darin noch etwas kritisiert, was gestern noch als wunderbar angesehen wurde. Trends wurden irgendwann verpasst. Der Zeitgeist ignoriert.

Für jeden Gast wurde etwas auf eine ellenlange Speisekarte gesetzt und am Ende sind Fritteuse und Mikrowelle die Hauptakteure geworden. Portionen wurden vergrößert, die Getränkepreise

verkleinert. Und es wurde noch eine Sparaktion gefahren. Und noch ein Event entwickelt, wo nur draufgezahlt wurde. Hören Sie endlich damit auf!


Ich wünsche allen Unternehmen unserer Branche viel Erfolg und Gewinn. Zuversicht, Hoffnung und Engagement. Aber bitte seien Sie auch realistisch, dass es nicht mehr wie früher wird. So kann es nicht mehr werden. Die Krise wird lange bestehen bleiben und selbst danach wird die Welt ganz anders sein. Allein das digitale Zeitalter, was gerade nun erst begonnen hat, wird zu vielfältigen Veränderungen im Unternehmensablauf führen.


Wenn derzeit eine Sache mit Sicherheit bestätigt werden kann, dann der Punkt, dass der Staat Sie nicht retten wird. Denn dieser ist selbst überschuldet und hat sein Pulver verschossen. Wer das Ausmaß der anstehenden Krise besser begreifen will, dem sei ein Vergleich zur Finanzkrise von 2009 gegönnt. Damals gab es gerade 1,5 Millionen Kurzarbeiter. Jetzt sind es 8 Millionen. Dazu die Pleite Italiens, die wohl unabwendbar ist, trotz weiterer 750 Milliarden für die EU, was einen sogenannten Hilfsfond bilden soll, aber nur die Anhäufung wertloser Ankäufe der EZB fördert. Der Euro ist stark gefährdet und die nächsten zwei Jahre wird zeigen, ob die EU in dieser Form überleben wird.











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