Annäherung an eine neue Zukunft


Mit etwas Philosophie und bildlichen Vergleichen unserer Gesellschaft, der Wirtschaft und natürlich unserer Branche näherkommen. Den Spiegel ein wenig vorhalten. Natürlich steckt in mir weder ein Hegel oder Kant, aber so tiefgründig muss niemand sein. Es dient vorrangig der Unterhaltung. Es darf nachgedacht werden. Manch einer erkennt sich. Manch einer gewinnt eine neue Idee.


Unsere gesamte Evolution basiert auf der Erkenntnis, dass wir in der Lage sind, unser Wissen und die Anpassungsfähigkeit stetig zu mehren. Durch Wissenschaft und Technologie, aber auch durch Philosophie und Humanismus, aus der wir Verhaltensregeln, den Umgang miteinander und höhere Empathie entwickelten, haben wir uns nicht nur vom Tierreich erhoben, sondern wir können die Gesetze der Naturwissenschaften erkennen und zu unserem Vorteil nutzen.


Sein oder nicht sein - also das Überleben in dieser Welt, ist dabei die wichtigste Aufgabe. Charles Darwin, maßgebender Bereiter der Evolutionstherorie, erkannte sehr schnell, dass alle Formen des Lebens sich am besten behaupten, wenn sie sich stetig anpassen können.

Jegliche DNA in einer einzelnen Zelle ist hochkompliziert und eine stets wachsende Datenbank, die randvoll mit Informationen bestückt ist, was einer Spezies das Überleben garantiert.


Ist aber eine Entwicklung jedoch einmal ausgereizt, gelangt sie an einen kritischen Punkt. Ein sehr bekanntes, da auch bei Kindern beliebtes Beispiel, sind die Saurier. Über Millionen Jahre entwickelten sich diese Lebewesen zu Giganten. Ermöglicht wurde die Entwicklung durch die warmen Temperaturen, unendliche Nahrungsvorräte sowie das ewige Fortbestehen ihrer Art, da selbst ein ausgewachsener Pflanzenfresser kaum Feinde hatte. Größe & Kraft als Selbstschutz. Und gleichzeitig ihr Verhängnis, denn längst war die Balance defekt. Ein kritischer Punkt wird in der Natur immer erreicht, wenn kleinste Auslöser eine Katastrophe herbeiführen. Ein einziger Flügelschlag eines Schmetterlings kann einen Sturm auslösen. Oder eben ein Meteor die Vernichtung ganzer Arten bewirken. Die enorme Hautfläche, welche Saurier bildeten, war einzig und allein auf die bestehenden Temperaturen ausgerichtet. Das Aussterben so unausweichlich.


Spätestens an diesem Punkt fällt jedem Leser der Bezug zur Wirtschaft auf, denn auch hier brachten kleinste "Auslöser" schon viele Giganten zu Fall.

Ein Schmetterlingseffekt kann das Ende von hunderten, ja tausenden Arten sein. Oder neue entstehen lassen. Er tritt in nichtlinearen dynamischen, deterministischen Systemen auf und äußert sich dadurch, dass nicht vorhersehbar ist, wie sich beliebig kleine Änderungen der Anfangsbedingungen des Systems langfristig auf die Entwicklung des Systems auswirken.

Eine Application, kurz App, ist ein sehr winziges Anwenderprogramm. In der digitalen Welt der Riesenmengen an Bits und Bytes absolut marginal, aber stürzte Nokia in den Abgrund.

Das digitale Foto, überall anschaubar, versendbar, zigfach zu verbreiten, kopieren und selbst bearbeiten zu können, ist auch so ein Schmetterling der Wirtschaft. 87% der damals noch bestehenden Fotoindustrie, darunter viele große Namen, waren über Nacht verschwunden.


Neben den plötzlich alles verändernden Marktsituationen, umgibt uns oft ein, ich nenne es mal Saurierfraß. Wo also einem alten, bestehenden Wirtschaftsriesen dauerhaft, aber eben nicht urplötzlich, Stücke des Marktanteils rausgebissen werden. Lange können große Unternehmen alle Angriffe abwehren, aber irgendwann erfolgt der erste schmerzhafte Biss und dann folgen weitere. Coca Cola war Jahrzehnte nur mit Pepsi beschäftigt, jedoch versetzte Red Bull den wohl ersten, richtig schmerzhaften Hieb. Auch kleinere Unternehmen erweckten nun Ambitionen. Fritz Cola gelang es auf dem heimischen Markt ebenfalls. Natürlich spielte der Zeitgeist auch ein Rolle. Rückbesinnung, Regionalität oder gesündere Zutaten eröffneten selbst der Fassbrause ein Revival. Craft Beer und neue Mischgetränke nagen an den Riesen der Bierindustrie, die vorher nur mit Aufkäufen und Fusionen beschäftigt waren.


Unsere Genetik ist mittlerweile hoch entwickelt. Jede einzelne Zelle in uns ist so reich an vielen Informationen, weil wir uns körperlich und geistig immer verbesserten. Je komplizierter eine DNA, desto erfolgreicher. Der Mensch ist in der Evolution kein Dinosaurier, er ist eigentlich noch nicht einmal in der Mittelstufe angelangt. Allein unser Gehirn umfasst so viel freie Kapazität, die wir nicht mal ansatzweise ausschöpfen können. Auch unsere Körperform passt sich mehr und mehr der jeweiligen Umgebung an. Einige Sinne verkümmern dabei ein wenig, andere werden empfindlicher. Vor allem aber ist es das Gehirn, was sich immer weiter entwickelt. Wir sind halt Kopfmenschen. Mit einem kleinen Bauchgefühl.

Es sind die Informationen in unserer DNA, die uns auch immer klüger machen. Und daher sind wir in der Lage zu forschen, entwickeln neue Produkte und gestalten unsere Umgebung neu.

Die Wirtschaft und was sie darstellt, ist also nur eine logische Folge dessen, was unser Kopf erdenkt oder sich wünscht. Der Wunsch fliegen zu können ist uralt und vielleicht träumt davon auch mal eine Giraffe oder Löwe. Wir wissen es nicht. Aber einzig der Mensch kann so etwas umsetzen.

Und kaum wird ein Traum Realität, entwickelt sich alles rasant. Erst verspottet und ignoriert, dauerte es keine hundert Jahre, bis wir heute riesige Flughäfen auf aller Welt vorfinden. Und heute verfügen wir über eine riesige Reise- und Frachtindustrie, die Menschen und Waren sicher in alle Welt bringen. Millionen Menschen sind heute in diesem Industriezweig beschäftigt. Otto Lilienthal war damals froh, als er heil und gesund landete. Sich vorstellen, was daraus mal wird, dazu fehlte auch ihm jegliche Vorstellungskraft.


Wir sind mit Abstand die intelligenteste Lebensform auf diesem Planeten. Wir sind in der Lage, uns Probleme selbst zu bereiten und diese auch wieder zu lösen, wenn der Druck steigt. Das führt aber auch zu Größenwahn oder der falschen Erkenntnis, wir könnten alles verändern.

Sich allein anzumaßen, wir könnten die Natur vollends beherrschen, ist der größte Irrtum. Nun wollen wir das Klima erlösen. Darunter machen wir es nicht. Aber schon der Plan, es über Verzicht, Einschränkung und Rückabwicklung erreichen zu wollen, ist völlig verrückt.

Unsere so hoch komplizierte DNA jetzt mit Verzicht oder Rückschritt zu konfrontieren und keine intelligenten Lösungen zu suchen, würde nur eines bewirken: furchtbare Verkümmerung.


Das Hamburg heute viermal sauberer ist, als zu meiner Jugend, liegt nicht daran, dass die Zahl der Autos halbiert oder der Hafen geschlossen wurde. Ganz im Gegenteil. Heute gibt es viel mehr Autos und noch mehr Schiffe im Hafen. Aber der Mensch erfand erst bleifreies Benzin, dann Katalysatoren, Schornsteinfilter und tausend andere Dinge, die eine saubere Umwelt erst ermöglichten. Diesen Fortschritt jetzt stoppen und Verzicht üben? Alles bekämpfen, was eigentlich in unserer DNA liegt? Dieser Verzichtswahn ist ein rein ideologisches, kein logisches Unterfangen.


Und gerade Corona zeigt uns deutlich, was eine Aussetzung und Stillstand von Innovation, Forschung und Bildung anrichten kann. Nur ein Jahr reichte aus, um weltweit sehr dramatische Zustände zu erschaffen. In Deutschland offenbarten sich jene Wahrheiten, die viele nicht gerne hören. Einerseits ist es der bösen Globalisierung zu verdanken, die ein ausgeklügeltes Netz für Handel und Logistik erschuf, dass hier alle Waren (abgesehen von zeitweilig Toilettenpapier) immer verfügbar waren.

Andererseits zeigte sich der Staat als im Tiefschlaf befindlicher Verwaltungsriese, der schon an kleinsten Aufgaben scheiterte. Man muss schon sehr staatshörig sein, wenn man diese Debakel nicht sehen will, weil man sich innerlich damit abgefunden hat, dass der Staat zwar über die Hälfte seines Geldes frisst, aber dafür ja bis zum Tode für ihn sorgen wird. Also bitte keine Kritik. An diese Vorstellung klammern sich ja viele.


Von der Maskenbeschaffung, Erfindung sinnloser Regelungen, tausenden Widersprüchlichkeiten, völlig versauter Impfstoffbeschaffung, immer neuen Lockdowns, falschen Prognosen und vor allem durch die fehlenden Kommunikationsnetzwerke. Mit dem Fax und massenhaft Beamten, die aber keine Entscheidungen treffen dürfen, gegen das Virus. Dabei wurde das Handeln der Regierung nicht mal gestört, denn andere Stimmen oder gar Kritiker wurden abgeblockt. Und eine Öffnungsdiskussionsorgie wurde per Kanzlerin gleich untersagt. Es war aber ihr engster Kreis, der permanent versagte. Wenn Politiker an Posten kommen, von denen sie keine Ahnung haben, nur weil sie treue Vasallen sind, gelingt es vielleicht noch den Status Quo in guten Zeiten zu halten, wobei wir längst auch in den Bereichen Infrastruktur, Bildung oder Verteidigung leider feststellen müssen, dass auch dort nichts mehr funktioniert oder sich bewegt. Alles marode.


Der Staat ist ein Dinosaurier, weil er verlernt hat seine DNA zu nutzen. Nicht schlanker, schneller und effektiver, sondern nur fetter, träger, unentschlossener. Evolution einer Spezies stirbt ab, wenn sie nicht angetrieben wird. Die Politik ist im Kern nur noch auf Machterhalt aus. Und so haben wir unseren Jurassic Park, wo die Bürger ins Gehege schauen, wo die riesigen und sehr unbeweglichen Kreaturen herumstehen und immer mehr Futter in Form von Steuern benötigen.

Natürlich kann das verändert werden, aber dazu müssten die Bürger begreifen, dass da im Gehege nicht ihre Zukunft, sondern die Vergangenheit steht.

Obwohl die Dinos gefüttert werden, kommt selten was zurück. Zehntausende an Unternehmern werden nun begriffen haben, dass der Staat ihren Untergang in Kauf nimmt und nicht bis zum Sarg versorgt. Und täglich werden es mehr, die aufwachen und merken, dass der Staat und die Medien ihnen das Denken abgenommen haben. Fast 80% der Menschen schließen sich zunächst gerne und bereitwillig anderen Meinungen an. Sie können das auch nicht einmal rekapitulieren, selbst wenn sie merken, dass sie von Politikern und Medien belogen werden. Wahlkampfversprechen werden nicht einhalten, aber ich wähle die Partei wieder. Oder aktuell beweist Frau Baerbock in ihren Aussagen, dass weder ihr Allgemeinwissen, noch Bildung dem entspricht, was immer über sie erzählt wurde. Man verteidigt gar ihre dümmsten Aussagen in den sozialen Medien, weil man einen Politikwechsel wünscht. Dieser Wunsch ist verständlich, aber kein Bauer würde einen Traktor, der nichts mehr bringt, gegen ein Fahrrad austauschen.

So etwas kann nur in einer Masse passieren, die dem Staat zwar nicht alles glaubt, aber denkt, anders wäre es noch schlimmer und außerdem befindet er sich träge in einer Masse, die seine Ansichten teilt.

Das kleine, aber aggressive Virus war der Schmetterling aus China, der den Sturm auslöste und der Welt zeigte, wo die Dinosaurier noch wohnen. Während in Asien längst wieder die Wirtschaft wächst, debattierte man hier, ob die Novemberhilfen im März wohl ausgezahlt werden. Als in Asien die Produktionsbänder liefen, diskutierten wir den Maskenwechsel auf FFP2.

Warum sind sie aber so erfolgreich? Wirtschaft ist ein Kreislauf, Politik aber denkt in linearen Hierarchien.

China ist ein sehr gutes Beispiel. Eine Diktatur, in der Jahrzehnte nur lineares Denken erlaubt war. Die Partei liegt immer richtig, auch wenn der Lebensstandard gering war. Mit der Öffnung der Wirtschaft veränderte sich alles schlagartig.

Andere asiatische Staaten, nehmen wir Südkorea, sind demokratisch. Nur arbeiten in diesen Ländern die Politik und Wirtschaft eng zusammen. Wachstum und Wohlstand sind wichtige Faktoren, damit die Bevölkerung aufsteigen kann. Eine Gesellschaft, die keine Einfamilienhäuser in Massen bauen kann, wo nicht jeder zwei Autos besitzt, aber noch viele Wünsche hat und einen

Wohlstand begehrt, verfolgt auch eben eigene Ziele.

Der Staat erklärte, dass Corona das Land bedrohe. Jeder soll sich an die Regeln halten, denn der Staat kann nicht alle versorgen, besitzt nicht unendlich Geld, weshalb jeder Selbstverantwortung zeigen muss. Die Wirtschaft forderte auf, so schnell wie möglich wieder an den Arbeitsplatz zu kommen, da sonst Arbeitsplätze und die Firmen selbst in Gefahr kommen.

Das hat alles nichts mit dieser asiatischen Mentalität zu tun, was sich viele einreden. Es ist die Lust am Aufstieg. Wir waren ja auch nicht plötzlich Asiaten, als mit dem Wirtschaftswunder hier plötzlich durchgearbeitet wurde. Die deutsche Pünktlichkeit und Qualität, made in Germany, ja grenzenlose Arbeitswut attestierte uns damals das Ausland. Die Politik kam mit einem Bruchteil des Steuervermögens aus und die Wirtschaft durfte sich frei entfalten.


Aber auch unsere Wirtschaft ist längst erkrankt. Das wurde die Jahre mit Wachstum verdeckt, aber ein ganz wichtiger Faktor unterhöhlt seit Jahren diese Erfolge. Die Arbeitsproduktivität stagniert oder sinkt sogar. Unser Wachstum basiert darauf, dass einfach immer mehr Leute eingestellt werden, wenn Nachfrage vorhanden ist. Aber aber was ein Einzelner erschafft, verbessert sich nicht mehr. Für eine Wirtschaftsnation, die in eine demografische Krise reinrutscht, eine Katastrophe. Es fehlt auch der Wirtschaft breitflächig an Automatisierung, Digitalisierung und Abbau von linearer Hierarchie und Verwaltung.


Auch teilweise eine Folge der staatlichen Regulierung und des Versagens, da er sich überall einmischt, alles regeln will. Teils, wie die Energiewende, selbst aktiv eingreift und Milliarden im Winde verwehen. Oder selbst ein Pinkelbecken dreifach prüft. Bei der Herstellung, Transport und letztendlich bei der Höhe der Anbringung. Und für alle Normen gibt es immer einen Beamten oder Sachverständigen.


Daraus resultiert auch eine Gesellschaft, der immer mehr eingeredet wurde, dass es nur mit noch mehr Staat geht. Begründet, nein, befeuert wird das immer gerne mit Ungerechtigkeit, die angeblich überall zu finden ist. Deshalb muss der Staat umschichten. Er nimmt also Geld vom Bürger und der Wirtschaft und stellt parallel neue Beamte ein, die das Geld verteilen sollen und davon aber auch bezahlt werden, damit hinten, was dann noch übrig ist, einige Leute auch etwas bekommen. Die "Ungerechtigkeit" wurde auf diesem Weg seit vierzig Jahren nicht beseitigt, sondern nur das Heer der Beamten und Bedürftigen erhöht. Nicht mehr Leistung, sondern Neid diktiert unser gesellschaftliches Denken.


Nicht jeder, der meinen Text liest, muss ihn gut finden. Kritik oder andere Meinungen, die dann gerne diskutiert werden können, wären sogar toll. Es wird aber wieder einige Leute geben, die es nur als Unsinn bezeichnen und nicht kommentieren. Und warum? Weil diese Menschen denken, alles hängt von ihrer Meinung ab, da sie das Recht gepachtet haben. Der Staat hat doch gesagt, was richtig ist. Viele NGO's erklären doch, was wir wirklich brauchen. Medien schreiben immer, was wir denken sollen. Das plappere ich nach, dann bin ich doch auf der "guten" Seite.