Staat versagt vollends


Nackenschläge statt Hilfe

Seit unserem ersten Corona-Blog haben wir immer wieder geschrieben, dass der Staat nicht helfen wird und die gesamte Branche nicht als systemrelevant betrachtet. Leider hat es sich alles bestätigt und keine Bazooka der Wirtschaftshilfe wurde gezündet, es war nicht einmal ein Knallbonbon.

Unsere Verbände versuchten den Anbiederungskurs, statt auf juristischem Weg auch einmal Schadensersatzklagen zu prüfen. Und was bekamen sie für ihre Haltung? Eine etwas befristete Mehrwertsteuerabsenkung und einen ebenso zeitlich begrenzten Kündigungsschutz. Letzterer schützte unser Gewerbe teilweise, da die staatlich verhängten Sanktionen, eine Generierung von Umsatz vollends verhinderten. Somit war und ist die Absenkung der Mehrwertsteuer absolut nutzlos, denn wo kein/kaum Umsatz, da kein Nutzen.

Der Lockdown (berechtigt oder nicht) führte die gesamte Wirtschaft in einen nie dagewesenen Ruhezustand mit furchtbar gravierenden Folgen, die erst jetzt langsam sichtbar werden.


Millionen Beschäftigte sind noch mit Kurzarbeitergeld im Ruhezustand geparkt und viele davon werden direkt in die Arbeitslosigkeit weitergereicht. Tausende Firmen werden in die Insolvenz getrieben, Selbständige und Kleinunternehmer werden im gleichen Strudel nachgezogen.


Millionen Menschen werden künftig viel weniger Geld besitzen, was dann auch nicht mehr in unserer Branche ausgegeben wird. Das Hilfspaket, welches die Bundesregierung gerade aufgelegt hat, wird völlig sinnlos verpuffen. Wenn eine Gesellschaft weniger Kaufkraft besitzt und parallel das letzte Ersparte hütet, ergeben sich weitere Verwerfungen und es heizt die Wirtschaftskrise weiter an.

Längst haben wir vernommen, dass erste Hotelkonzerne sich vom Personal trennen. Gleiches passiert auch längst im Mittelstand, aber da es dort immer nur eine kleinere Anzahl trifft, gelangt es nicht in die Medien. Nun lesen wir täglich, wer nicht mehr öffnet. Wer insolvent ist. Wer Betriebe aufgibt, um weiteren Schaden zu verhindern. Und es ist erst der Beginn, denn der Kündigungsschutz wurde nicht verlängert.

Und genau das hätte dem Staat, der derzeit mit Milliarden herumwirft, die er gar nicht besitzt, nun wahrlich nicht viel gekostet. Aber auch hier ein klares Signal: wir sind nicht relevant.


Seit gestern stellen sich Hoteliers und Gastronomen die Frage, ob sie nun lieber Personalkosten bedienen oder die Pacht. Denn die bisher zugestandenen Öffnungen für unser Gewerbe, lassen einen normal gesicherten Betriebsablauf nicht zu. Immer noch kämpfen alle mit gravierenden Einbußen im Umsatz, da eine Normalkapazität nicht zugelassen ist.

Und aus den wenigen Erträgen sollen nun alle Kosten bezahlt werden. Betriebswirtschaftlich nicht möglich, wenn man sich in der Krise nicht neu aufgestellt und die Kosten maximal senkte. Betriebswirtschaftlich unmöglich, wenn Pachtverträge so ausgelegt wurden, dass sie immer nur auf Zuwachs ausgerichtet sind. Betriebswirtschaftlich nicht möglich, wenn Nachverhandlungen aller Verträge nicht erfolgreich waren. Betriebswirtschaftlich unmöglich, wenn die Preise nicht so kalkuliert und angepasst wurden, dass ein Auskommen erreicht wird.

Seit gestern müssen sich noch viel mehr Unternehmer die Frage stellen, ob ein Weitermachen überhaupt noch sinnvoll ist. Der Staat übernimmt jedenfalls keinerlei Verantwortung für sein Handeln. Das müsste langsam jedem bewusst sein. Weder leistet er Unterstützung, noch ist ihm zu glauben, wenn er Zugeständnisse anbietet. Von einem Tag auf dem anderen entscheidet er willkürlich und ohne Begründungen, ob es weitere Öffnungen, doch wieder Schließungen gibt.

Ob Veranstaltungen möglich sind oder das Datum einfach wieder verschoben wird. Ich schreibe absichtlich willkürlich, da sich leider nichts schneller ändert, als die politischen Begründungen für Begrenzungen oder Verschiebungen.

Corona hat die Wirtschaftskrise allerdings nicht verursacht. Die Rezession stand längst vor der Tür, die Überschuldung Europas hatte das erträgliche Maß längst überschritten. Corona beschleunigt es nur. Und unsere Regierung verschärft mit völlig falschen Entscheidungen diese Krise. Corona wird aber die beste Ausrede des Staates sein, um die jahrelange verfehlte Finanz- und Wirtschaftspolitik dahinter zu verstecken. Und daher wird Corona auch noch lange bleiben.

Unsere Branche kann und muss sich selbst helfen. Als Mut zur Selbsthilfe. Mut zur Hilfe untereinander. Oder den Mut jemanden zu fragen, der sich damit auskennt. Aber fragen Sie nicht mehr den Staat, der hat sie bis jetzt nur an der Nase herumgeführt…

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